
Der zerbrochne Krug
Neue Produktion in deutscher Sprache in Zusammenarbeit mit der Antigone Bühne — «Der zerbrochne Krug» von Heinrich von Kleist. Premiere Januar 2027.
denn jeder trägt den leid’gen Stein zum Anstoß in sich selbst.
— Heinrich von Kleist, Der zerbrochne Krug
Ein Schwank ist’s etwa, der zur Nacht geboren, Des Tags vorwitz’gen Lichtstrahl scheut.
— Der zerbrochne Krug
Wie schwierig ist es doch, sich selbst zu erkennen! Sich selbst im Spiegel seiner Taten zu sehen, ohne sie zu verzerren, oder das Bild neu formen zu wollen. Der Richter seiner selbst zu sein! Das ist es, was die albtraumhafte Farce vom «zerbrochnen Krug» nachzeichnet. Der Richter Adam, selbst schuldig, versucht mit allen Mitteln, die Schuld abzuschieben und einen Ausweg zu finden. Aber der Krug ist zerbrochen, die Maske zersprungen, und die „Funktion” des Richters wird nicht verhindern, dass die Wahrheit über seine Person ans Licht kommt und die Nacht sein Innerstes offenbart.
Ohne große Gewissensbisse nutzte Richter Adam die Autorität, die ihm seine Position als Richter verlieh, um die junge Eve zu missbrauchen. Seine Triebe, seine Gier steigen aus den verborgenen Tiefen empor, aber auf so unbeholfene Weise, dass man fast Mitleid mit ihm hat. Seine Gesten sind Grimassen – tatsächlich eine Komödie der Nacht! Richter Adam schreitet wie ein Schlafwandler zwischen Wahrheit und Fälschung, zwischen dem Bild, das er von sich selbst vermitteln will, und der korrupten Realität seines Wesens. Die Wellen seines Unterbewusstseins brechen sich an der Küste der Realität, und seine Sprache verrät ihn mit jeder Satzwendung.
Kleist, der große Meister dieser somnambulen Schreibweise, bewegt sich zwischen Traum und Wirklichkeit, Tag und Nacht, Wahrheit und Lüge, aber auch zwischen belanglosen Ereignissen und Metaphern für das Menschsein. Die Ereignisse öffnen sich in einer Perspektive auf Bilder des Menschseins und werden zu lebendigen Symbolen: Der Richter Adam am Anfang des Stücks fällt, wie der Vorfahr jedes Menschen zu Beginn der Menschheitsgeschichte gefallen ist.
Besetzung & Team
- Regie: Marc-Alexandre Cousquer
- Spiel: Basti Bergbach, Lissy Blume, Fiona Chaudon, Marc-Alexandre Cousquer, Jean-Serge Dunet, Dagobert Kanzler, Paul Klarskov, Marion Lieberherr
Eine Produktion in deutscher Sprache in Zusammenarbeit mit der Antigone Bühne. Premiere: Januar 2027.
Théâtre de l’Homme Inconnu · 06 71 77 36 08
Wir freuen uns darauf, in Ihrem Saal oder bei Ihrem Festival aufzutreten! Schreiben Sie uns
Wer wir sind
Das Ensemble entdecken
